Paul in Heiligenhaus

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WAZ14.04.2013

Der britische Bluesmusiker teste seine neuen Songs am Heiligenhauser Publikum – mit Erfolg

Paul Millns ist mittlerweile zum Stammgast in Heiligenhaus geworden. Immer wieder macht der britische Bluesmusiker auf seinen Tourneen einen Abstecher ins „Dorf“. Diesmal brachte Millns allerdings eine ganz besondere Überraschung mit in den Club. Die Heiligenhauser spielten die Versuchskaninchen für das halbfertige neue Album des Briten. Mit Erfolg. Millns bleibt seiner Linie treu und die Zuhörer ihm. Eigentlich verbirgt sich unter dem eleganten schwarzen Sakko und dem weißen Hemd ein waschechter Revoluzzer. Deutlich lassen sich die musikalischen Wurzeln von Paul Millns heraushören. Die liegen im London der 60er und 70er Jahre. Eine Zeit, in der es Schlaghosen und keine Handys, sondern Telefonzellen gab. „Das war eine schöne Zeit, niemand hat mich auf der Straße angerempelt, weil er eine Nachricht geschrieben hat. Man hat sich für seine Umwelt interessiert“, so Millns, der ganz in Hippie-Manier eine natürliche Abneigung gegen Politiker (insbesondere Ex-Premierminister Tony Blair) hegt. Der Wandel der Zeit hat den Pianisten nachdenklich gestimmt. Ganz im Stil von Bob Dylan beweist er in seinen Texten philosophisches Geschick. Dabei bleibt er aber auf dem Teppich und hebt nicht in hoch komplizierte Sphären ab. Nur zu gern erinnert er in seinem Liedern aber auch an die Dinge, die das Leben lebenswert machen. Und wohl kaum ein anderes Thema ist besser dazu geeignet mit Bluesmusik vertont zu werden, als die Liebe. „When love comes calling“ ist Paul Millns Liebeserklärung an die Liebe und darf bei keinem seiner Konzerte fehlen. Und auch dieses Mal wird das Publikum nicht enttäuscht. Millns liefert Frühlingsgefühle frei Haus.

Kirsten Gnoth