Paul Millns in der Barrier Wassermühle

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Paul Millns verzaubert das Publikum in der Barrier Wassermühle– 29.09.2012

Magisch, mystisch, mitreißend

Von Dagmar Voss

Syke-Barrien. Ein Musik-Magier nahm sein Publikum am Donnerstagabend mit in die Seele des Blues: Mit einer ausdrucksstarken Stimme – mal rau und schroff, mal sanft und weich – verzauberte der britische Liedermacher Paul Millns seine Zuhörer in der vollen Barrier Wassermühle. Ohne viel Aufhebens um seine Person zu machen, begeisterten der Engländer und sein Piano das Publikum mit Liedern voller Melancholie und Balladen voller Tiefgründigkeit – sensibel, sympathisch und auch mit typisch britischen Humor und ab und an einem Schuss Sarkasmus.

Mit viel Gefühl: Paul Millns begeisterte sein Publikum in der ausverkauften Barrier Wassermühle.Zu weiten Teilen hörten die Mühlengäste Stücke aus seinem Album “Calling all Clowns”, aber auch etliche ganz neue Musikwerke ließ der Barde erklingen. Mit kleinen Einführungen zu seinen eigenen Stücken beschrieb er, wie sie entstanden waren. Vorab, wie immer bei seinen Auftritten, eine kleine Einführung in die Stimmungslage. “Das war ein aufregendes Jahr bis jetzt in London, unter anderem das mit der königlichen Hochzeit”, begann er, und philosophierte darüber, dass wohl demnächst mit der Scheidung zu rechnen sei. Passend dazu sein Auftakt mit dem Lied “You know how it is”, übersetzt so was wie “Man weiß ja, wie es ist.”Wunderbar bluesig und passend zum Herbstbeginn erklang sein neuer Song “Distillery Street”, bei dem die Zuhörer sicherlich seine ganz eigene Beschreibung des Gefühls von schwermelancholisch nachvollziehen konnten.
Zuhörerin Ursel Wunsch-Bertram gab zu, dass sie schon länger begeisterter Fan des Musikers ist. “Was er macht, hat immer nachdenkenswerte Inhalte, und dazu sein sensibles Gespür für die Dinge, die die Menschen bewegen – einfach zum Dahinschmelzen.” Auch Anna Timm, die in den letzten fünf Jahren mehr als 20 Millns-Konzerte erlebt hat, gab zu, dass er “noch immer Biss hat, seine neuen Stücke sind wie die alten: einfach fabelhaft”.Mystische Lieder sind Teil seiner leisen Art, obwohl zwischendurch auch die rhythmusstarken Stücke wie sein bekanntes “Calling all clowns” begeisterten. Oder das neue und sehr temperamentvolle “The beauty of the high and wide dancer”.
Da konnte man allenthalben wippende Schultern und mitstampfende Füße sehen. Amüsant wurde es, als er mit typisch britischem Humor versuchte, den Inhalt seines Songs “Undercover Man” zu beschreiben. Es sei ein bisschen was mit Verkleidung und Paranoia, dunkel und mystisch. Letztlich blieb jedem Anwesenden doch nur das Zuhören, denn selbst der Autor gab zu, es nicht gänzlich zu verstehen. Ähnlich bei dem Endzeit-Stück “Drink up people”, das mal poetisch-sacht, dann wieder hart-bitter erklang.Gänsehauteffekt entwickelte sich nicht nur bei seinem Song “Perfume”, das er im Sinne des Buches “Das Parfum” von Patrick Süskind geschaffen hat.
Zum Erleichtern der Herzen hatte er mit “Capsized” ein neu geschaffenes Stück dabei.Natürlich konnte das johlende Publikum am Ende den Bluespoeten nach zwei Stunden nicht einfach so gehen lassen, da musste er noch ein bisschen was drauflegen. Und so erklang ein Stück, dass Millns als wichtiges Motiv für seine eigene Karriere bezeichnete: “Georgia” von Ray Charles – und dann “Crazy with love”, ein neues, herzerwärmendes Liebeslied.