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Article about Butch COULTER in the Sächsische Zeitung

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Ahead of the Concert in Dresden this coming June 1st, please read the article about Butch Coulter in the local newspaper, the Sächsische Zeitung.

(to set record straight, lost in translation was Mr Millns is the songwriter influenced by Ray Charles and Mr Page sat with us at the Expo86 in Vancouver, not Los Angeles)

Samstag, 26. Mai 2012 (Sächsische Zeitung)

Der Kanadier vom Schillerplatz

Von Tobias Wolf

Butch Coulter tourte als Musiker mit den Größen des Blues um die Welt. Sein Zuhause hat er in Blasewitz gefunden.

Butch Coulter liebt den Schillerplatz. Beinahe täglich ist er dort. „Das Flair, die kleinen Geschäfte und der Wochenmarkt sind einfach toll“, schwärmt der 56-Jährige. „Am Wochenende ist immer die ganze Familie dabei.“

Während er mit seiner Frau an den Ständen stöbert, vergnügen sich die zwei kleinen Töchter auf dem Spielplatz im Schillergarten. Dass er in Blasewitz gelandet ist, sieht er als Glücksfall. Eigentlich nichts Besonderes, doch Butch Coulters Weg in ein beschauliches Familienleben im Dresdner Osten ist es dann doch. Geboren im kanadischen Montreal, wächst der Junge mit drei Geschwistern in Lennoxville auf, einer

englischsprachigen Kleinstadt im frankophonen Bundesstaat Quebec. Der Vater ist Profi-Footballspieler und Sportdirektor an der Uni. Ans College geht Coulter später in die Großstadt, studiert in Montreal Englisch und Musik. Neben der Uni beginnt er mit kleinen Auftritten, schreibt eigene Songs – inspiriert von Ray Charles und Joe Cocker. Es ist der Blues, der ihn nie wieder loslassen soll – bis heute. Mitte der 1970er geht er zusammen mit Freunden auf die ersten Tourneen durch Kanada und die USA, dem Mutterland des Blues.

„Ich hatte richtig Glück und konnte von Anfang an von meiner Musik leben“, erzählt der Wahl-Blasewitzer. Ende der 1970er trifft er zum ersten Mal Long John Baldry, den Großvater des British Blues. Kurze Zeit später ist Coulter dessen Gitarrist, nimmt Platten mit ihm auf. Mit Mundharmonika und Klampfe ist der junge Kanadier angekommen in der Welt des Blues, trifft die Musikgrößen seiner Zeit. „Nach einem Auftritt in Los Angeles kam Jimmy Page von Led Zeppelin zu uns hinter die Bühne und klimperte auf meiner Gitarre herum“, erinnert sich Coulter, nicht ohne ein bisschen Stolz. Die Welt wird sein Zuhause, immer wieder wechselt er seinen Wohnort: Vancouver in Kanada, Fort Lauterdale in Florida, Kingston in Jamaika.

Mit Long John Baldry kommt er 1992 das erste Mal nach Dresden, in den legendären Jazzclub Tonne. Der genoss unter Musikern schon damals den Ruf, einer der Besten in Europa zu sein. „Das war eine unglaublich interessante Zeit nach dem Mauerfall“, sagt Coulter. „Alle wollten plötzlich in den Osten.“ Der damals marode Charme der Elbestadt, manifestiert in der Ruine der Frauenkirche, fasziniert ihn, lässt ihn ebenso wenig los wie seine Musik. Mitte der 1990er-Jahre zieht er nach Europa, lernt Amsterdam und Hamburg kennen. Als die wiederaufgebaute Frauenkirche geweiht wird, beschließt Coulter, nach Dresden zu gehen, lernt hier 2006 die Frau seines Lebens kennen und bleibt. Als die kleine Tochter geboren wird, ändert sich auch sein Lebensrhythmus. Er wird Lehrer, trainiert Mitarbeiter von Unternehmen in Business-Englisch. Umgekehrt lernt er die feine sächsische Mundart zu schätzen. „Diese Stadt ist für mich inzwischen der schönste Ort der Welt zum Leben“, sagt der Neudresdner. „Rational kann man das nicht erklären, es ist ein Gefühl.“ Im Herzen ist er immer noch vom Blues beseelt, spielt regelmäßig mit der englischen Piano-Legende Paul Millns auf Konzerten in ganz Europa. Kommenden Freitag um 20Uhr erklingen Coulters Gitarre und die Mundharmonika seit Langem wieder in Dresden– gemeinsam mit der Band von Paul Millns auf dem Theaterkahn.

Für Intendant Detlef Rothe ist das eine echte Premiere. „Wir hatten noch nie ein englischsprachiges Konzert bei uns, schon gar nicht mit solchen Blues-Legenden“, sagt er begeistert. Für jene, die nicht dabei sein können, sendet MDR Figaro am 4. Juni um 20.05 Uhr einen Mitschnitt. Dann bringt Butch Coulter in Blasewitz gerade seine kleine Tochter ins Bett.

Butch Coulter aus Montreal ist seit sechs Jahren Dresdner mit Leib und Seele – für ihn die schönste Stadt der Welt. Seine Leidenschaft ist der Blues. Tagsüber trainiert der Kanadier die Mitarbeiter von Dresdner Unternehmen in Business- Englisch. Foto: Tobias Wolf

Theaterkahn im Liederwahn

//  News

Zum 40. “Theaterkahn im Liederwahn” gibt es das erste Mal ein englischsprachiges Konzert. Wir freuen uns, dass am 1. Juni der Londoner Singer/Songwriter Paul Millns unser Gast sein wird. Er gehörte schon in den wilden 70ern zu den Protagonisten des Rock, Blues und Soul im Vereinigten Königreich. Angefangen hatte es mit Bands wie „Sweet Thunder“ oder „Spare Rib“, es folgten Tourneen mit Stars wie Eric Burdon, Alexis Korner oder Louisiana Red. Irgendwann wollte er nicht mehr nur der Pianist oder Keyboarder in der Band sein, sondern sich selbst als Solist verwirklichen. Diesen Traum lebt er seit vielen Jahren und hat den Schritt nie bereut. Heute ist Paul Millns eine Musikerpersönlichkeit fern des Mainstreams mit einem unverwechselbarem Charisma. Er ist ein Geschichtenerzähler, der seine Stories in den Soul- oder Bluestrain setzt und mit seiner markanten jedoch weichen Stimme wunderbare Balladen erzählt – an seiner Seite der kanadische Gitarrist und Bluesharmonikaspieler Butch Coulter, der seit 2006 in Dresden wohnt.